FREDER1K-STUDIE IN SACHSEN

Freder1k-Studie in Sachsen: Typ-1-Diabetes-Risiko früh erkennen

 

>> Informationen zur Früherkennungsuntersuchung von Diabetes bei Neugeborenen in Sachsen

 

Liebe Eltern,
zwischen dem 2. und 3. Lebenstag werden Neugeborene im Rahmen des regulären Neugeborenen-Screening auf behandelbare Stoffwechsel- und Hormonerkrankungen untersucht. Im Folgenden möchten wir Sie auf eine weitere
kostenfreie Zusatzuntersuchung aufmerksam machen: die Früherkennungsuntersuchung auf das Risiko, Diabetes
zu entwickeln. Die Untersuchung wird von Ihrem Gynäkologen oder Kinderarzt im Krankenhaus durchgeführt und
kann zusammen mit dem standardmäßigen Neugeborenen-Screening oder zusammen mit einer der ersten Vorsorgeuntersuchungen (U2 oder U3) stattfinden. Es werden dabei wenige Blutstropfen aus der Vene oder Ferse aufeine Filterpapierkarte getropft.

 

Welche Krankheiten werden untersucht?

Bei der Früherkennungsuntersuchung wird das Risiko für folgende Krankheiten analysiert:

  • Typ-1-Diabetes
  • Neugeborenen Diabetes Mellitus

 

Warum ist es sinnvoll, Früherkennungsuntersuchungen für Diabetes durchzuführen?

Typ-1-Diabetes ist eine relativ häufige Stoffwechselerkrankung bei Kindern und Jugendlichen. Sie entsteht durch einen
Mangel an Insulin. Insulin hat die Aufgabe, Zucker vom Blut in die Zellen zu transportieren. Kinder mit Typ-1-Diabetes benötigen eine lebenslange Therapie mit Insulin. Das Problem bei Typ-1-Diabetes ist, dass man ihn meist erst erkennt, wenn es bereits zu schwerwiegenden und zum Teil auch lebensbedrohlichen Symptomen gekommen ist. Wenn Kinder mit einem erhöhten Diabetesrisiko früh erkannt werden, können diese Komplikationen verhindert werden. Typ-1-Diabetes tritt vor allem dann auf, wenn bestimmte Risikogene vorliegen. Die meisten Kinder, die diese Risikogene tragen und an Diabetes erkranken, haben keine Verwandten mit Diabetes. Das heißt, die Erkrankung kann jeden treffen. In unserer Früherkennungsuntersuchung wird getestet, ob Ihr Kind Risikogene für Typ-1-Diabetes aufweist.
Etwa 1 % oder 10 von 1000 Kindern haben Risikogene für Typ-1-Diabetes. Neugeborenen Diabetes Mellitus (NDM) ist eine seltene Form des Diabetes. Sie tritt bei etwa einem von 300.000 Kleinkindern innerhalb der ersten sechs Lebensmonate
auf. Für eine normale Entwicklung des Neugeborenen ist es wichtig, NDM frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
In unserer Früherkennungsuntersuchung wird getestet, ob Ihr Kind erhöhte Blutzuckerwerte aufweist. Falls Ihr Kind erhöhte Blutzuckerwerte aufweist, werden Sie von Ihrem Kinderarzt kontaktiert und weitere Untersuchungen eingeleitet, um sicherzustellen, ob ein NDM vorliegt.

 

Wo kann mein Kind teilnehmen?

In Sachsen können alle Kinder bis zum Alter von vier Monaten im Rahmen der Freder1k-Studie kostenlos auf ein erhöhte Risiko für Typ-1-Diabetes getestet werden. Die Untersuchung kann in einer Geburtsklinik vorgenommen werden.

 

Was passiert bei einem unauffälligen Testergebnis?

Unauffällige Testergebnisse werden nicht mitgeteilt. Deshalb bedeutet dies für Sie: Keine Nachricht = gute
Nachricht. Wenn Sie innerhalb von 12 Wochen nach der Blutentnahme keine gegenteilige Information von Ihrem
Kinderarzt oder dem Center for Regenerative Therapies, TU Dresden, bekommen haben, können Sie davon ausgehen,
dass bei Ihrem Kind keine Risikogene für Typ-1-Diabetes vorliegen. Sollten Sie trotzdem noch unsicher sein, können
Sie bei uns gezielt erfragen, ob bei Ihrem Kind ein erhöhtes Risiko für Typ-1-Diabetes vorliegt oder nicht (kostenfrei
unter Tel.: 0800 – 72 45 148). Bitte haben Sie Verständnis, dass es uns nicht möglich ist, Details der Genotypisierung
zu übermitteln. Das gilt auch für den Fall, dass Risikogene festgestellt wurden.

 

Was passiert, wenn bei Ihrem Kind Risikogene festgestellt werden?

Falls Ihr Kind Risikogene für Typ-1-Diabetes aufweist, werden Sie innerhalb von 12 Wochen nach der Blutentnahme
von Ihrem Kinderarzt oder dem Center for Regenerative Therapies, TU Dresden, kontaktiert. Sie werden mit Ihrem
Kind zu weitergehenden Untersuchungen im Alter von 6 Monaten, 2 und 4 Jahren eingeladen und über Präventionsstudien
informiert, die das Ziel haben, der Entwicklung von Typ-1-Diabetes vorzubeugen. Durch eine dieser Folgeuntersuchungen
können wir erkennen, ob bei Ihrem Kind tatsächlich ein frühes Stadium des Typ-1-Diabetes vorliegt. Denn je früher die Krankheit erkannt wird, desto früher kann sie optimal behandelt werden. Von 100 Kindern mit Risikogenen entwickeln etwa zehn bis zum 6. Geburtstag ein frühes Stadium des Typ-1-Diabetes.

 

Was bedeutet die Diagnose „frühes Stadium des Typ-1-Diabetes“?

Die meisten Kinder in einem frühen Krankheitsstadium haben keinerlei oder nur sehr wenig Symptome. Sie fühlen sich vollkommen gesund, es besteht kein aktuelles gesundheitliches Risiko. Wir werden mit Ihnen das weitere Vorgehen genau besprechen und Sie in dieser Situation bestmöglich unterstützen. Sie erhalten eine ausführliche Beratung und Schulung und einen individuellen Vorsorgeplan für Ihr Kind. Mit regelmäßigen Kontrolluntersuchungen wird festgestellt, wann im Falle
eines Typ-1-Diabetes mit einer Insulinbehandlung begonnen werden sollte. Zudem bietet ein frühes Stadium des Typ-1-Diabetes die Möglichkeit, mit Ihrem Kind an Studien teilzunehmen, deren Ziel es ist, das Fortschreiten der Krankheit zu verhindern. Während dieser Phase des frühen Typ-1-Diabetes stehen wir Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Sollten Sie Informationen oder Unterstützung benötigen, können Sie sich mit Ihren Fragen an unsere kostenlose Telefon-Hotline (Tel.: 0800 – 72 45 148) wenden.

Möchten Sie noch mehr über das Risiko für Typ-1-Diabetes oder die vorbeugende Behandlung erfahren? Besuchen Sie doch unsere FAQs.

 

Weiterführende Informationen

 

Zusätzliches Informationsmaterial zur Freder1k-Studie in Sachsen: 

FREDER1K-STUDIENTEAM IN SACHSEN

Studienzentrum
DFG Research Center for Regenerative Therapies Dresden (CRTD)
Technische Universität Dresden

Kontakt: Fetscherstraße 105, 01307 Dresden
Tel. 0800 – 724 5148 (kostenfrei), E-Mail: diabetesstudie.crtd@tu-dresden.de


 

 

Studienleitung
Prof. Dr. Ezio Bonifacio
Prof. Dr. Reinhard Berner

Studienkoordination
Dr. Angela Hommel

Studienkoordination Freder1k- Studie
Dr. Petrina Delivani

Studienkoordination POInT- Studie
Susann Ruhwald

Studienassistenz
Manja Gottschalk

Laborkoordination
Dr. Yannick Fuchs

Freder1k Studienzentrum 
Prof. Dr. Pauline Wimberger
Dr. Katharina Nitzsche

POInT Studienzentrum
Prof. Dr. Reinhard Berner
Fabian Lander
Sophie Heinke
Marie-Luise Zielmann
Bianca Schlee
Nicole Zubizarreta

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