UNSER ZIEL: A WORLD WITHOUT 1

 

WIR FORSCHEN. WIR ENTWICKELN. WIR KÄMPFEN.

FÜR EINE WELT OHNE TYP-1-DIABETES.

© Helmholtz Zentrum München

 

Eine Welt ohne Typ-1-Diabetes: Vision oder bald Realität?

Noch immer wird Typ-1-Diabetes meist erst erkannt, wenn betroffene Kinder bereits schwerwiegende Symptome zeigen. Weltweite Forschungsbemühungen haben erreicht, dass dies heute nicht mehr so sein muss.

 

 


 

Fr1daplus: Typ-1-Diabetes früh erkennen

 

© Helmholtz Zentrum München / Achim Lippoth

 

Mit der Fr1daplus-Studie in Bayern werden Kinder im Alter von 2 bis 10 Jahren kostenlos auf ein Frühstadium von Typ-1-Diabetes getestet. Dadurch können Kinder, die einen Typ-1-Diabetes entwickeln, früh erkannt und rechtzeitig behandelt werden, wodurch gefährliche Stoffwechselentgleisungen vermieden werden können.

 

 


 

Freder1k: Typ-1-Diabetesrisiko früh erkennen

 

© Helmholtz Zentrum München

 

GPPAD geht noch einen Schritt weiter. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass die fehlerhafte Reaktion des Immunsystems, die zur Entwicklung von Typ-1-Diabetes führt, bei Kindern mit einem erhöhten Risiko oft bereits im Baby- und Kleinkindalter beginnt. Daher wollen die in GPPAD zusammengeschlossenen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Ärztinnen und Ärzte die Entstehung dieser Immunreaktion so früh wie möglich verhindern. Um dies zu erreichen, ist es notwendig, das Risiko für Typ-1-Diabetes zu bestimmen. Ein neuer Test untersucht bestimmte Gene, die mit Typ-1-Diabetes in Verbindung stehen. In Deutschland können Eltern in Bayern, Niedersachsen, Sachsen und Thüringen ihre Kinder bis zum Alter von sieben Tagen im Rahmen der Freder1k-Studie kostenlos auf dieses erhöhte Risiko testen lassen. Babys, deren Eltern oder Geschwister bereits Typ-1-Diabetes haben, können unabhängig vom Wohnort deutschlandweit an der Freder1k-Studie teilnehmen.

Europaweit gibt es diese Studien unter unterschiedlichen Namen, die als Teil von GPPAD ein erhöhtes genetisches Risiko für Typ-1-Diabetes bei Babys bis zum Alter von 7 Tagen feststellen.

 

 


 

SINT1A: Früh vorbeugend handeln

 

© Andreas Pfohl, NOZY Films GmbH

 

Besteht ein erhöhtes Risiko Typ-1-Diabetes zu entwickeln, laden wir das Kind ein, an einer Präventionsstudie zur Vorbeugung von Typ-1-Diabetes Autoimmunität teilzunehmen.

Die SINT1A-Studie prüft, ob das Probiotikum B. infantis die Entstehung von Typ-1-Diabetes Autoimmunität verhindern kann.

Typ-1-Diabetes Autoimmunität entsteht häufig bereits in den ersten Lebensjahren. Es ist wahrscheinlich, dass frühkindliche Entwicklung und frühe Umweltfaktoren zum Krankheitsgeschehen und der Entstehung von Autoimmunität beitragen. Kinder mit einem erhöhten Typ-1-Diabetesrisiko sind besonders empfänglich für eine Fehlsteuerung des Immunsystems. Deshalb ist es sinnvoll, in den ersten Lebensjahren vorbeugend auf das Immunsystem einzuwirken.

In der SINT1A-Studie verfolgen wir folgenden Ansatz: Indem wir Säuglingen ein Probiotikum B. infantis verabreichen, wollen wir bereits sehr früh die Entwicklung des Immunsystems bei Säuglingen günstig beeinflussen. Damit sich das Immunsystem gar nicht erst gegen körpereigene Zellen, wie die insulinproduzierenden Zellen richtet und diese zerstört. Frühere Studien, wie die Deutsche BABYDIÄT-Studie oder die internationale TEDDY-Studie konnten zeigen, dass Kinder mit Typ-1-Diabetes an einer frühkindlichen Reifungsstörung der Darmflora leiden können. Diese Reifungsstörung kann verschiedene Ursachen haben und wird auch im Zusammenhang mit dem Auftreten von Allergien und anderen Krankheiten des Immunsystems beobachtet. Bei Typ-1-Diabetes könnte eine solche Reifungsstörung der Darmflora das Wachstum von Bakterien fördern, die sich ungünstig auf die Entwicklung des Immunsystems auswirken und so die Typ-1-Diabetes Autoimmunität und in Folge dessen die Entwicklung der Autoimmunerkrankung Typ-1-Diabetes fördert.

Die SINT1A-Studie will deshalb prüfen, ob durch die Verabreichung des natürlichen Probiotikums B. infantis als Ergänzung zur täglichen Ernährung eine gesunde Entwicklung der kindlichen Darmflora sichergestellt werden kann, und ob dadurch die fehlerhafte und krankmachende Immunreaktionen bei Typ-1-Diabetes, aber auch bei anderen Autoimmunerkrankungen, wie z.B. Zöliakie, verringert bzw. verhindert werden kann. Die Prüfung erfolgt gegen ein Vergleichs-Scheinpräparat, ein sogenanntes Placebo.

Ist die Behandlung mit dem Probiotikum B. infantis wirksam und gelingt es, die Entstehung von Typ-1-Diabetes zu verhindern, wäre ein erster Meilenstein geschafft. Typ-1-Diabetes könnte von einem bislang unvermeidbaren Schicksal zu einer präventiv behandelbaren Erkrankung werden.

 

 


 

POInT: Vorbeugend handeln

 

© NiDerLander / Adobe Stock

 

Besteht ein erhöhtes Risiko, laden wir das Kind ein, an der Präventionsstudie POInT (Primary Oral Insulin Trial) teilzunehmen. In dieser soll geprüft werden, ob die tägliche Gabe von Insulinpulver mit der Nahrung im Vergleich zu einem Placebo die Erkrankung verhindern kann. Eine Pilot-Studie dazu zeigte bereits vielversprechende Ergebnisse. Nebenwirkungen blieben bislang aus.

Ist die Behandlung mit Insulinpulver wirksam und gelingt es, die Entstehung von Typ-1-Diabetes zu verhindern, wäre ein Meilenstein geschafft. Typ-1-Diabetes könnte von einem bislang unvermeidbaren Schicksal zu einer präventiv behandelbaren Erkrankung werden.

 

 

Wir arbeiten daran, eine Welt ohne Typ-1-Diabetes zu erreichen.

 

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